Modul 5

Modul 5: Ausmaß  arbeitsplatzbezogener psychosozialer und gesundheitlicher Belastungen von Pflegenden mit und ohne Migrationshintergrund

Hintergrund
20% aller Arbeitsunfähigkeitstage pro Jahr kommen bei im Gesundheitswesen Beschäftigten durch Psychische und Verhaltensstörungen zustande [1-19].
Pflegekräfte sind neben physischen Belastungen wie schweres Tragen und häufige Beugebewegungen zahlreichen psychosozialen Stressoren ausgeliefert. Als belastend empfinden Pflegende insbesondere unklare Rollen- und Aufgabenzuteilungen, zunehemende Arbeitsverdichtung und eine steigende Verantwortung gegenüber Patienten [20, 21].
Internationale Studien zeigen, dass die Arbeitssituation von Pflegenden mit Migrationshintergrund zum Teil schlechter ist  als die ihrer einheimischnen KollegInnen. So sind Pflegenden mit Migrationshintergrund seltener unbefristed beschäftigt und arbeiten häufiger im Schichtsystem [22]. Darüber hinaus werden Sie zum Teil auch nicht äquivalant ihren Qualifikationen eingestellt [23].
Ferner erleben ausländische Pflegekräfte, die direkt in Privathaushalten beschäftigt sind, mitunter Ausbeutung, soziale Vereinsamung und emotionale und physische Gewalt [24]. Ausländische Pflegekräfte erleben am Arbeitsplatz Formen der Diskrimierung. Ihre pflegerische Qualifikation wird ignoriert durch Zuweisungen von Aufgaben an einheimische, aber nicht qualifizierte Pflegekräfte [23].

Fragestellung
Sind Pflegende mit Migrationshintergrund in der ambulanten Versorgung am Arbeitsplatz stärker belastet als ihre KollegInnen ohne Migrationshintergrund?

Methode
In die Querschnittserhebung werden erwachsene Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, AltenpflegerInnen, KrankenpflegehelferInnen/PflegeassistentenInnen und AltenpflegehelferInnen aufgenommen, die in ambulanten Pflegediensten in der pflegerischen Versorgung in Hamburg tätig sind. Dabei werden sowohl Pflegende mit Migrationshintergrund als auch solche ohne Migrationshintergrund befragt.
Zur Datenerhebung werden psychometrische Fragebögen zur Erfassung der psychosozialen Gesundheit, Belastungsintensität und der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit eingesetzt.
Ergebnisse aus der qualitativen Befragung aus den Modulen 3 und 4 erhalten ebenfalls Einzug in den Fragebogen.
Es werden Pflegeeinrichtungen in Hamburg kontaktiert und darum gebeten, die Fragebögen an interessierte MitarbeiterInnen weiterzuleiten.

→ Studienkurzinformation zum Download



Literatur

[1]
AQUA – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (2014). Gesundheitsreport 2014 Baden-Württemberg. Psychische Gesundheit im Erwerbsleben 30-6-1. Wuppertal.
Online:
http://firmenangebote.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Firmenangebote/Gesundheitsangebote-fuer-Beschaeftigte/Gesundheit-im-Unternehmen/Gesundheitsfakten/Gesundheitsreport/Gesundheitsreports-2014-PDF/Baden-Wuerttemberg,property=Data.pdf

[2]
AQUA – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (2014). Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse mit Daten und Fakten zu Arbeitsunfähigkeit und Arzneiverordnungen.
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http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/644772/Datei/124007/Gesundheitsreport-2014.pdf

[3]
IGES Institut GmbH (2014). DAK Gesundheitsreport 2014. Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten. Die Rushhour des Lebens. Gesundheit im Spannungsfeld von Job, Karriere und Familie.
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http://www.dak.de/dak/download/Gesundheitsreport_2014-1374440.pdf

[4]
BARMER GEK (2015). Sonderauswertung zu Arbeitsunfähigkeitszeiten und -diagnosen der Wirtschaftszweige Krankenhäuser, Call Center und Barmer GEK. Wuppertal.

[5]
BARMER GEK (2015). Sonderauswertung zu Arbeitsunfähigkeitszeiten und -diagnosen der Wirtschaftszweige Altenheime/ Alten- und Behindertenwohnheime, Rechtsberatung und Barmer GEK. Wuppertal.

[6]
IGES Institut GmbH (2015). DAK Gesundheitsreport 2015. Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten. Update: Doping am Arbeitsplatz.
Online:
http://www.dak.de/dak/download/Gesundheitsreport_2015_Update_Doping_am_Arbeitsplatz-1587940.pdf

[7]
IGES Institut GmbH (2004). DAK Gesundheitsreport 2004. Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten. Kurzzeitige Erkrankungen.
Online:
https://www.dak.de/dak/download/Gesundheitsreport_2004_Kurzzeit-Erkrankungen-1116986.pdf

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IGES Institut GmbH (2010). DAK Gesundheitsreport 2010. Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten. Schlafstörungen.
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[10]
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[11]
ISEG – Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (2013). BARMER GEK – Gesundheitsreport 2013. Baden-Württemberg. Männergesundheit im Erwerbsleben.
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[12]
IGES Institut GmbH (2011). DAK Gesundheitsreport 2011. Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten.
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[13]
IGES Institut GmbH (2013). DAK Gesundheitsreport 2013. Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten.
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[14]
AQUA – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (2011). Gesundheitsreport (2011) der Techniker Krankenkasse. Gesundheitliche Veränderungen bei jungen Erwerbspersonen und Studierenden.
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[15]
AQUA – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (2012). Gesundheitsreport (2012) der Techniker Krankenkasse. Mobilität, Flexibilität, Gesundheit.
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[16]
AQUA – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (2013). Gesundheitsreport (2013) der Techniker Krankenkasse. Berufstätigkeit, Ausbildung und Gesundheit.
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[17]
AQUA – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (2014). Gesundheitsreport (2014) der Techniker Krankenkasse. Risiko Rücken.
Online:
http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/644772/Datei/124007/Gesundheitsreport-2014.pdf

[18]
AQUA – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (2015). BARMER GEK – Gesundheitsreport 2015. Baden-Württemberg. Demografischer Wandel – Perspektiven und Chancen.
Online:
http://firmenangebote.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Firmenangebote/Gesundheitsangebote-fuer-Beschaeftigte/Gesundheit-im-Unternehmen/Gesundheitsfakten/Gesundheitsreport/Gesundheitsreports-2015-PDF/Baden-Wuerttemberg,property=Data.pdf

[19]
IGES Institut GmbH (2015). Sonderauswertung zum Arbeitsunfähigkeitsgeschehen nach Branche und ICD der bei der DAK – Gesundheit versicherten Beschäftigten 2015. Berlin.

[20]
ISERINGHAUSEN, O. (2009). Psychische Belastungen und gesundheitliches Wohlbefinden von Beschäftigten im Krankenhaus.
In: Badura, B., Schröder, H., Klose, J., Macco, K. (Hrsg.). Fehlzeiten-Report 2009. Arbeit und Psyche: Belastungen reduzieren – Wohlbefinden fördern. Springer-Verlag Berlin Heidelberg

[21]
Lim J1, Bogossian F, Ahern K. (2010). Stress and coping in Australian nurses: a systematic review. International Nursing Review

[22]
AALTO, A. M. et al., Employment, psychosocial work environment and well-being among migrant and native physicians in Finnish health care. European Journal of Public Health, 2014. 24 (3), pp. 445-451.

[23]
Arbeitskreis Charta für eine kultursensible Altenpflege /Kuratorium Deutsche Altershilfe (Hrsg.) (2002). Für eine kultursensible Altenpflege. Eine Handreichung. Köln.
Online:
http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Themen/Pflege/handreichung.pdf.

[24]
Salami B., Nelson S. (2014) The downward occupational mobility of internationally educated nurses to domestic workers. Nursing Inquiry.