Modul 3

Modul 3: Psychosoziale und gesundheitliche Belastungen von 24-Stunden Betreuungskräften

Hintergrund
Aktuell sind ca. 100.000 sogenannter 24-Stunden-Betreuungskräfte, die aus mittel- und osteuropäischen Ländern in die deutschen Haushalte vermittelt werden, als Hilfen in deutschen Haushalten als Pflegekräfte tätig [1].
24-Stunden-Betreuungskräfte können einer pflegebedürftigen Person eine umfassende pflegerische und soziale Betreuung in deren vertrauten und gewohnten Umgebung, dem Zuhause, bieten. Jedoch gibt es vereinzelt Hinweise, dass 24-Stunden-Betreuungskräfte enormen Belastungen ausgesetzt sind: Missachtung des Arbeits- und Beschäftigungsrechts (Arbeitszeiten, Unfallschutz, Urlaubsanspruch, Krankheitsschutz), Nichtzahlung des marktüblichen Mindestlohns, nicht vorhandene Qualitätskontrollen und ein unklares Haftungsrisiko im Schadensfall [1, 2, 3]. Als motivationale Ressource bei ausländischen Betreuungskräften werden unter anderem finanzielle Rückführungen an ihre Heimatfamilien [4, 5], das Anbahnen und Pflegen von Kontakten zu KollegInnen, die sich in ähnlicher Situation befinden [6] und die Wertschätzung der sprachlichen Kompetenz in sprachlich diversen Pflegebeziehungen genannt [7].

Fragestellung
Welche Belastungen erleben 24-Stunden-Betreungskräfte in Deutschland, die haushaltsnahe Dienstleistungen erbringen?

Methode
Sowohl mit 24-Stunden-Betreungskräfte mit und ohne Migrationshintergrund werden semistrukturierte Interviews durchgeführt.  Die Rekrutierung der 24-Stunden-Betreuungskräfte erfolgt über verschiedene Multiplikatoren (u.a. Pflegedienste, Agenturen, Wohlfahrtsverbände, Bundesagentur für Arbeit).
Um eine ausreichend sprachliche Verständigung zu ermöglichen, werden bei Bedarf die Interviews mit Dolmetschern durchgeführt.

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Literatur

[1]NEUHAUS, A.; ISFORT, M.; WEIDNER, F. (2009): Situation und Bedarfe von Familien mit mittel- und osteuropäischen Haushaltshilfen. Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V., Köln.
Online:
http://www.dip.de (Zugang nur für registrierte Nutzer)

[2]
MARTIN-MATTHEWS, A., Employers, home support workers and elderly clients: identifying key issues in delivery and receipt of home support, Healthcare Quarterly, 2008. 11 (4), pp. 69-75.
Online:
http://www.longwoods.com/content/20073

[3]
von Kondratowitz, H-J., Die Beschäftigung von Migranten/innen in der Pflege, Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 2005. 38 (6), pp. 417-423.

[4]
HUMPHRIES, N., BRUGHA, R., MCGEE, H., Sending money home: a mixed-methods study of remittances by migrant nurses in Ireland, Human Resources for Health, 2009. 7:66.

[5]
LARSEN, J. A. et al., Overseas Nurses‘ Movitations for Working in the UK: globalization and life politics, Work, Employment and Society, 2005. 19 (2), pp. 349-368.
Online:
http://wes.sagepub.com/content/19/2/349.full.pdf

[6]
COVELL, C. L., NEITERMAN, E., BOURGEAULT, I. L., Scoping review about the professional integration of internationally educated health professionals, Human Resources for Health, 2016. 14:38.

[7]
OMERI, A., ATKINS, K., Lived experiences of immigrant nurses in New South Wales, Australia: searching for meaning, International Journal of Nursing Studies, 2002. 39 (5), pp. 495-505.